Von perfekten Bedingungen
Fragt man mich nach meinen liebsten Bedingungen zum Fotografieren, fällt meine Antwort relativ eindeutig aus: Nebel! Dicht genug, um die Landschaft zu verhüllen und doch durchlässig genug, um ein paar Lichtstrahlen und einen Hauch von Farbe in einer Szenerie zuzulassen. Ich liebe das! Und bin damit sicher kein Exot, insbesondere in der Naturfotografie. Mir geht es jedoch weniger um die begrifflich etwas strapazierte „mystische“ Wirkung, die für viele Menschen vom Nebel ausgeht.
Vielmehr hilft er mir ganz besonders dabei, meiner inzwischen ausgereiften Obsession nachzukommen, meine Bilder immer weiter auf das Wesentliche zu reduzieren. Unter dem Einfluss der winzigen Wassertröpfchen wird die Landschaft zur nackten Leinwand, ohne überflüssige Details und Chaos, das vom eigentlichen Motiv ablenken könnte. Tiere oder Pflanzen erscheinen oft nur zart angedeutet in der Schärfeebene. Den Rest macht die Vorstellungskraft. Für mich ist das pure Harmonie. Übrigens nicht nur auf dem Fotosensor bzw. am Bildschirm zu Hause, sondern vor allem auch im Moment des Auslösens.
So einen besonderen Moment gab es nun seit längerem mal wieder. Die Freude über die Lieblingsbedingungen war vor allem deshalb noch einmal größer, da sich eine meiner absoluten Lieblingsvogelarten in ihnen wiederfand: Rothalstaucher. Diese wunderschönen Vögel in Kombination mit Nebelschwaden und ein paar Schilfhalmen, die das spiegelglatte Wasser wie Pinselstriche durchbrachen... Mehr konnte ich mir in dem Moment nicht wünschen.
Auch mein Freund Till hat sich für unser gemeinsames Projekt ein paar Gedanken zu den Tauchern gemacht. Mehr davon gibt’s auf Tintenvoegel.de