Frühlingserwachen

Ab sofort sind die Tage wieder länger als die Nächte. Der Beginn der für mich schönsten Jahreszeit, die ich am vergangenen Wochenende auch fotografisch begrüßen wollte. Es ist offiziell. Frühling!

Mein Weg führt mich jedoch zunächst einmal über vertrocknetes Laub, die Farbpalette ist noch sehr von Brauntönen dominiert… Aber trotzdem ist da etwas. „Es liegt was in der Luft“ heißt es oft, wenn etwas da, aber noch nicht konkret zu erkennen ist. Und diese Luft ist gerade so süß, wie sie es eigentlich nur an manchen Tagen Ende März, Anfang April sein kann. Die untergehende Sonne wirft dann diesen dezenten Glow auf die noch kahlen Birken, den man in den Wintermonaten so nie zu sehen bekommt. Da sind Rotkehlchen und der frisch zurückgekehrte Zilpzalp, die mit ihren Gesängen noch wie Solisten wirken, bevor in ein paar Wochen der versammelte Vogelchor für kurze Zeit täglich den Wald beschallt. Noch ist alles etwas wohler dosiert und genau diese Zeit mag ich ganz besonders. Die Natur ist noch nicht ganz so laut. Es ist eher intimes Clubkonzert als Festival (was ich übrigens auch immer vorziehen würde!). Wenn es einem noch nicht an jeder Ecke entgegenschreit, lassen sich die kleinen Nuancen viel besser wahrnehmen. Und die haben eine besondere Kraft, nachdem man so lange drauf verzichten musste.

Beim Durchsehen meiner Bilder fällt mir auf, dass noch viel Vergänglichkeit in den Motiven steckt, die an diesem Abend entstanden sind. Aber vielleicht ist das auch kein Zufall. Vielleicht braucht es auch kleine Erinnerungen an Vergangenes, in deren Licht das Neue noch viel wertvoller erscheinen kann. Und ich weiß zum Glück: Das ist erst der Anfang...

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Überbleibsel aus der Kälte